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Verden/Bonn. Der Ölpreis
steigt unaufhörlich, trotzdem mussten die Getreide- und Ölsaatenpreise
in den letzten Wochen einen herben Rückschlag hinnehmen. „Wohin geht
die Reise?“ wollten die Teilnehmer der Landesgruppen-Tagung des
Bundesverbandes der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) während ihrer
Mitgliederversammlung in Verden wissen. BVA-Präsident
Bruno Fehse begrüßte rund
30 Teilnehmer, darunter Landwirtschaftskammer-Präsident
Jürgen Otzen, im
„Niedersachsenhof“.
„Der Markt wird aller Voraussicht
nach eine strukturelle Festigkeit behalten. Dafür sprechen die weltweit
geringen Bestände und die feste Nachfrage“, prognostizierte
Robert Theis vom
Handelsmaklerbüro Kiefer aus Bad Münster. Das spekulative Kapital, das
hauptsächlich über Fondsgesellschaften den Rohstoffmärkten zugeflossen
sei, habe den Markt grundlegend verändert. „Die Märkte sind
anfälliger für bullische Nachrichten. Außerdem sind sie noch volatiler
geworden, als sie bei der angespannten fundamentalen Versorgungslage
ohnehin schon sind“, so Theis.
Das Ertragspotential in den USA sei
fraglich und auch gute Ernten in Argentinien und Brasilien schaffen bei
den Ölsaaten keine Entspannung. Hoffnung sah er für den Rapsmarkt:
„Auch wenn der Biodieselmarkt in Deutschland durch die Steuererhöhung
nicht rund läuft, hält der Ausbau der Produktionsanlagen auf der ganzen
Welt an.“ Ähnlich sieht er die Lage beim Weizen: Weltweit sinken die
Bestände und politische Unsicherheiten (Exportverbote) bleiben.
„Mischfutterrationen werden wieder mehr Weizen sehen“, sagte Theis.
Er geht davon aus, dass die Rohstoffmärkte weiterhin ein Spielball für
Neuinvestoren bleiben und sprach sich für die Nutzung der
Warenterminbörse aus.
Das Förderprogramm PROFIL
präsentierte anschließend Dr.
Cord Stoyke vom Niedersächsischen Ministerium für Landwirtschaft,
Ernährung und Verbraucherschutz. 2007 wurden rund 22 Millionen Euro für
dieses Programm bewilligt. „Damit haben wir ein Investitionsvolumen
von 102 Millionen Euro im ländlichen Raum angeschoben“, sagte Dr.
Stoyke, der das als „ordentliches Ergebnis“ bewertete. Das Ziel des
Programms sei die enge Verzahnung der Primärproduktion mit Handel und
Verarbeitung. „Wir wollen zur Absatzsicherung beitragen und haben ein
starkes Interesse daran, dass unsere Landwirte davon partizipieren“,
so der Referent. Profitieren können sowohl kleine und mittlere
Unternehmen, als auch größere Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten.
PROFIL kommt bei den Adressaten offensichtlich an: Die Nachfrage hat
2007 das Fördervolumen überstiegen, so dass ein Ranking eingerichtet
wurde. Entscheidend sei dabei unter anderem der Innovationsgrad.
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