BUNDESVERBAND DER AGRARGEWERBLICHEN WIRTSCHAFT E.V.

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Pressetitel 2008

 
   
 

Jahrespressekonferenz vom 13.03.2008

 
     
 

BVA erwartet volatile Marktentwicklungen bei einer durchschnittlichen Ernte

 
     
 

Die Volatilität an den Agrarmärkten hat bislang nicht gekannte Dimensionen erreicht. Der Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V. (BVA) sieht immer größere Preisschwankungen für Agrarrohstoffe in immer kürzeren Zeiträumen, die von Versorgungsunsicherheiten und zunehmenden Abhängigkeiten vom Rohölmarkt ausgehen. Auch großvolumige Finanzinvestitionen spekulativer Anleger, die die Agrarrohstoffe an den Warenterminbörsen entdeckt haben, führen zu einem nervösen Auf und Ab der Kurse.
Die klassischen Reaktionsmuster an den Agrarmärkten haben seit der Ernte 2007 vorerst ausgedient, kommentierte Bruno Fehse, Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft und Vorsitzender des BVA-Getreideausschusses, am Donnerstag die Marktentwicklungen für Getreide und Futtermittel auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Bonn.
„Die internationalen Warenterminbörsen reagieren auf die angespannten Basisdaten der Versorgungsbilanzen nicht mehr mit kontinuierlichen Trendmustern. Wir erleben vielmehr nervöse Reaktionen in bisher nicht gekannten Dimensionen. Mittlerweile sehen wir tägliche Preisbewegungen, die früher nicht im Monats- oder Vierteljahresverlauf zustande kamen“, so Fehse.
Bis zur kommenden Ernte werden die Getreide- und Ölsaatenmärkte noch einige spekulative Phasen durchlaufen. Für das zu Ende gehende Wirtschaftsjahr 2007/08 zeichnet sich weltweit eine anhaltend enge Versorgungsbilanz bei Getreide ab. Mit Getreideüberschüssen ist in der EU nach Einschätzung des BVA bis zum Saisonende nicht mehr zu rechnen. Auch wenn die Weizenproduktion für die kommende Ernte wieder etwas höher liegen sollte, wird sie dennoch im dritten Jahr in Folge mit dem steigenden Bedarf nicht mithalten können.

Für die Getreide- und Ölsaatenernte 2008 erwartet der BVA aus heutiger Sicht eine durchschnittliche Ernte, gemessen am langjährigen Durchschnitt.
Wir sehen eine Flächenausdehnung bei Getreide, insbesondere beim Weizen, zu Lasten des Rapsanbaus sowie zusätzliches Potential durch das Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung. Durch den milden Winter sind Auswinterungsschäden weitgehend ausgeblieben und die Feldbestände präsentieren sich in den meisten Regionen Mitte März sehr gut. Diese Faktoren sprechen für eine höhere Ernte, so Fehse.

Die Aussaatbedingungen im Herbst 2007 waren dagegen wegen der starken Niederschläge und Übernässung der Böden nicht optimal. Das könnte in Kombination mit den erheblichen Niederschlägen aus dem Februar auf einzelnen Flächen noch zu Problemen führen. Denn die Düngerausbringung wurde Anfang März durch die begrenzte Befahrbarkeit der Böden behindert. Das könnte die Getreideerträge schmälern und eine nur durchschnittliche Ernte bedingen.

Bei den Aussaatflächen für Sommergetreide ist, nach Einschätzung des BVA, noch einiges offen. Flächenverschiebungen zu Gunsten von Silomais sind noch möglich. Das wird erst Anfang Mai feststehen, wenn die Zahlen des Statistischen Bundesamtes vorliegen. Die Getreideernte würde nach heutigen Schätzungen bei rd. 45 Mio. t (knapp 4 Mio. t oder 10 % über der Vorjahresernte) liegen.

 
     
     
  Text der Pressemeldung im PDF-Format:

Pressemitteilung im PDF-Format

 
     
  Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.

13.03.2008

 
 
 
 
 

 

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