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Die Volatilität an den Agrarmärkten
hat bislang nicht gekannte Dimensionen erreicht. Der Bundesverband der
Agrargewerblichen Wirtschaft e. V. (BVA) sieht immer größere
Preisschwankungen für Agrarrohstoffe in immer kürzeren Zeiträumen, die
von Versorgungsunsicherheiten und zunehmenden Abhängigkeiten vom
Rohölmarkt ausgehen. Auch großvolumige Finanzinvestitionen spekulativer
Anleger, die die Agrarrohstoffe an den Warenterminbörsen entdeckt haben,
führen zu einem nervösen Auf und Ab der Kurse.
Die klassischen Reaktionsmuster an den Agrarmärkten haben seit der Ernte
2007 vorerst ausgedient, kommentierte Bruno Fehse, Präsident des
Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft und Vorsitzender des
BVA-Getreideausschusses, am Donnerstag die Marktentwicklungen für
Getreide und Futtermittel auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in
Bonn.
„Die internationalen Warenterminbörsen reagieren auf die angespannten
Basisdaten der Versorgungsbilanzen nicht mehr mit kontinuierlichen
Trendmustern. Wir erleben vielmehr nervöse Reaktionen in bisher nicht
gekannten Dimensionen. Mittlerweile sehen wir tägliche Preisbewegungen,
die früher nicht im Monats- oder Vierteljahresverlauf zustande kamen“,
so Fehse.
Bis zur kommenden Ernte werden die Getreide- und Ölsaatenmärkte noch
einige spekulative Phasen durchlaufen. Für das zu Ende gehende
Wirtschaftsjahr 2007/08 zeichnet sich weltweit eine anhaltend enge
Versorgungsbilanz bei Getreide ab. Mit Getreideüberschüssen ist in der
EU nach Einschätzung des BVA bis zum Saisonende nicht mehr zu rechnen.
Auch wenn die Weizenproduktion für die kommende Ernte wieder etwas höher
liegen sollte, wird sie dennoch im dritten Jahr in Folge mit dem
steigenden Bedarf nicht mithalten können.
Für die Getreide- und Ölsaatenernte
2008 erwartet der BVA aus heutiger Sicht eine durchschnittliche Ernte,
gemessen am langjährigen Durchschnitt.
Wir sehen eine Flächenausdehnung bei Getreide, insbesondere beim Weizen,
zu Lasten des Rapsanbaus sowie zusätzliches Potential durch das
Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung. Durch den milden
Winter sind Auswinterungsschäden weitgehend ausgeblieben und die
Feldbestände präsentieren sich in den meisten Regionen Mitte März sehr
gut. Diese Faktoren sprechen für eine höhere Ernte, so Fehse.
Die Aussaatbedingungen im Herbst
2007 waren dagegen wegen der starken Niederschläge und Übernässung der
Böden nicht optimal. Das könnte in Kombination mit den erheblichen
Niederschlägen aus dem Februar auf einzelnen Flächen noch zu Problemen
führen. Denn die Düngerausbringung wurde Anfang März durch die begrenzte
Befahrbarkeit der Böden behindert. Das könnte die Getreideerträge
schmälern und eine nur durchschnittliche Ernte bedingen.
Bei den Aussaatflächen für
Sommergetreide ist, nach Einschätzung des BVA, noch einiges offen.
Flächenverschiebungen zu Gunsten von Silomais sind noch möglich. Das
wird erst Anfang Mai feststehen, wenn die Zahlen des Statistischen
Bundesamtes vorliegen. Die Getreideernte würde nach heutigen Schätzungen
bei rd. 45 Mio. t (knapp 4 Mio. t oder 10 % über der Vorjahresernte)
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