BUNDESVERBAND DER AGRARGEWERBLICHEN WIRTSCHAFT E.V.

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Pressemeldungen

 
     
 

Fachvorträge (Kurzfassungen), BVA-Jahrestagung, 1. September 2009, Bremen

 
     
 

| Folker Hellmeyer | Friedrich-Otto Ripke | Dr. Norbert Heim | Martin Schraa | Dr. Manfred Kern |

 
 
 
 

"Status Finanzmarktkrise und Konjunktur"
Folker Hellmeyer, Chefanalyst Bremer Landesbank

 
     
 


Folker Hellmeyer


Kurzfassung im PDF-Format

Die internationale Banken- und Wirtschaftskrise hält noch an. Diese Prognose stellte Chefanalyst Folker Hellmeyer. „Die Herausforderungen an die internationale Agrar- und Ernährungswirtschaft sind durch die positive konjunkturelle Entwicklung der Schwellenländer mit verändertem Verbraucherverhalten einerseits und dem Thema „Biofuels“ andererseits extrem hoch.“ Hellmeyer wagte einen Blick in die Zukunft der Agrarmärkte:

  • Unter den gegebenen Voraussetzungen bietet sich mittel- und langfristig ein Szenario, das von erhöhten Absatzmengen und Preisüberwälzungsspielräumen geprägt ist. Die Beschränkung
    der Flächen, die für die Agrarwirtschaft nutzbar sind, zwingt zu Produktionsverfahren, die einen optimierten Output generieren.
    Die Produktion und die Weltanbauflächen von Mais, Soja, Reis
    und Weizen im Vergleich zeigt, dass die Fläche nicht in dem Maße zunimmt, wie der Ertrag. Also muss noch effektiver produziert werden.

  • Der Konzentrationsprozess in der Landwirtschaft wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen, da die Optimierungsprozesse erhöhten Kapitaleinsatz als auch einen verstärkten Management-ansatz (Timingfragen Einkauf Energie und Dünger, Absatz an Terminmärkten, Finanzmanagement) erfordern.

 
 
 
 

"Megatrends der Agrarpolitik – worauf muss sich der Landhandel einstellen?"
Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung
 

 
 


Friedrich-Otto Ripke


Kurzfassung im PDF-Format

„Landwirtschaft und Agrargewerbe stehen vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen! Politik muss den Rahmen dafür sinnvoll gestalten.“ Zu diesem Schluss kam Niedersachsens Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Friedrich-Otto Ripke. Er zeigte Megatrends und die Folgen auf. Ein Ziel müsse es sein, für die wachsende Weltbevölkerung das Bedürfnis nach Nahrung, Energie, Biorohstoffen und Naturschutz gleichermaßen zu befriedigen. Das erreiche man nur durch eine effiziente und nachhaltige Landbewirtschaftung. „Auch wenn in Europa viel realisiert wurde, weltweit stehen wir vor einer großen Herausforderung.“

Folgende Megatrends werden seiner Meinung nach die Agrarwirtschaft und -politik stark beeinflussen: Ernährung, Energieversorgung, Klimawandel, Märkte und Ressourcen.

Besonders hob Ripke den Energiepflanzenanbau hervor, der in Niedersachsen bereits einen Anteil von 10,6 Prozent an der Ackerfläche einnimmt (Deutschland 14,9%, EU 5,6%). Er forderte, die Effizienz bisheriger Systeme zu steigern und die Konkurrenz um Ressourcen („Tank oder Teller“- Diskussion) zu entschärfen. Die ehrgeizigen europäischen CO2-Minderungsziele und Energiesparziele seien nicht zum Nulltarif zu bekommen. Ripke: „Klimaschutzmaßnahmen sind erforderlich, müssen aber effizient sein und das Ernährungsziel berücksichtigen.“ Der Staat sei gefordert, notwendige Strukturen zu schaffen (Prognosen, Infrastruktur, Forschung, Bewässerung).

Den Landhändlern prognostizierte er weiter volatile Märkte. „Die Politik zieht sich aus der Marktbeeinflussung zurück und jeder Unternehmer ist gefragt, Instrumente des Risikomanagements einzusetzen.“
 

 
 
 
 

„Welche Auswirkungen hat die EU-Nachhaltigkeitsgesetzgebung auf die deutsche Agrarproduktion (kurz – mittel – langfristig)?“
Dr. Norbert Heim, Geschäftsführer Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V.

 

 
 
Dr. Norbert Heim


Kurzfassung im PDF-Format

Die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung ist bereits am 24. August 2009 in Kraft getreten. Damit dürfen grundsätzlich für den EEG-Vergütungs-anspruch zur Stromerzeugung sowie für den Erhalt des NaWaRo-Bonus nur noch Pflanzenöle eingesetzt werden, die in der EU auf Basis der Cross-Compliance-Anforderungen (CC) produziert wurden. Zukünftig müssen alle Anlagenbetreiber einen Nachweis gegenüber dem Netzbetreiber vorlegen, dass die eingesetzten Pflanzenöle nicht von Flächen mit einem hohen Naturschutzwert (zum Beispiel Regenwälder oder Feuchtgebiete) stammen.

Auch für Biokraftstoffe muss der Landwirt gegenüber dem Erfasser für die Biomasselieferung bestätigen, dass die CC-Anforderungen eingehalten wurden und das Anbauverbot auf Flächen mit hohem Naturschutzwert beachtet wurde. Die bisherige Anbaupraxis in Naturschutzgebieten, die im Einklang mit dem Naturschutzzweck steht, ist nicht betroffen. Dokumentationspflichtig wird der Erfassungshandel, der die entsprechenden Rohstoffmengen als erstes Glied in der „Massenbilanz“ mengenmäßig erfassen muss. Eine getrennte Lagerung von zertifizierter und nicht zertifizierter Biomasse ist entgegen anders lautender Meldungen jedoch nicht erforderlich. Es genügt die Erfassung der Lieferungen mit und ohne Nachhaltigkeits-Nachweis im Rahmen des Massenbilanzsystems. Aus der Gesamtmenge kann das Erfassungsunternehmen dann so viel Biomasse zur Energieerzeugung weiter liefern wie ihm Nachhaltigkeitsanforderungen für die Erzeugung bestätigt wurden.

Im Hinblick auf die konkrete Umsetzung werden zurzeit die erforderlichen Verwaltungsvorschriften von Seiten der Bundesressorts erarbeitet. „Der Deutsche Bauernverband und die UFOP setzen sich nachdrücklich dafür ein, dass für die Einhaltung der Nachhaltigkeitsanforderungen gegenüber dem Ersterfasser eine Erklärung des Landwirts ausreicht und eine neue Dokumentationsflut zum Flächennachweis unterbleibt“, sagte Dr. Heim. Schließlich liegen die Flächenanträge der Landwirte detailliert den Länderbehörden vor und müssen nicht nochmals bei 2.000 Erfassungsunternehmen gestapelt werden.

Kurzfristig verlangt die Nachhaltigkeits-VO den Aufbau eines Zertifizierungs-systems, das ab 1. Juli 2010 die Ausstellung des so genannten Nachhaltigkeits-Nachweises durch die letzte Schnittstelle (Biokraftstoffhersteller) regelt. Als weitere Schnittstellen müssen Ölmühlen und Ersterfassungsunternehmen zertifiziert sein.

Für die Einhaltung der Treibhausgasverminderung um 35 % ist für Altanlagen eine Übergangsfrist bis zum 1. April 2013 vorgesehen. Mit den Standardwerten wird Raps-Biodiesel den Mindestwert einhalten. Für die Einhaltung des ab 2017 geltenden Wertes von 50 % Treibhausgasminderung sind auf allen Stufen – auch auf der Stufe der Erzeugung – große Anstrengungen zur Senkung der Treibhaus-gase erforderlich. Parallel zur Einhaltung der Treibhausgasanforderungen der Nachhaltigkeits-VO erfolgt zum 1. Januar 2015 eine Totalumstellung der Biokraft-stoffquote. Anstelle der energetischen Quoten tritt dann die Klimaschutzquote in Kraft. Spätestens dann kommt es auf niedrige Treibhausgasemissionen an, worauf der Markt reagieren muss.
 

 
 
 
 

"Die Agrarmärkte zur Ernte 2009 – Hoffen und Bangen?"
Martin Schraa, Bereichsleiter Agrarmarkt-Informationsdienst GmbH
 

 
 


Martin Schraa


Kurzfassung im PDF-Format

Umfangreich analysiert Martin Schraa, Bereichsleiter AIM, die Welt-Agrarmärkte. Vor dem Hintergrund der gerade abgeschlossenen Ernte in Europa kam er zu dem Schluss, dass die globale Weizenernte 2009/10 erneut höher war als der Bedarf. Das globale Maisangebot könne hingegen durch den Bestandsabbau die Nachfrage nicht decken, Zudem gebe eine geringere Nachfrage aus wichtigen Importländern, außerdem verlieren Schwarzmeerländer und Argentinien Marktanteile beim Export. „Die Entwicklung der Weltmarktpreise ist erheblich von den Rohstoff-, Währungs- und Finanzmärkten abhängig“, so Schraa.

Seinen Ausblick formulierte er so:

  • Getreidepreise vorerst unter Einfluss positiver Ernteergebnisse auf der Nordhalbkugel

  • Intervention wird für Futtergerste wichtiger Absatzweg

  • Marktentlastung durch Export entscheidend, Aussichten aber noch ungewiss: abhängig von Währung, Frachtkosten- und Nachfrageentwicklung

  • Mittelfristig Erholung der Getreidepreise wahrscheinlich: Rohstoff-und Aktienmärkte zeigen wieder Aufwärtstendenz, „Megatrends“ haben Bestand: wieder Aufwärtstendenz, „Megatrends haben Bestand: Bevölkerungswachstum, veränderte Ernährungsgewohnheiten, Klimawandel

 
 
 
 

"Nachhaltige Landwirtschaft – welchen Beitrag leistet der Pflanzenschutz?"
Dr. Manfred Kern, Bayer CropScience AG
 

 
 


Dr. Manfred Kern


Kurzfassung im PDF-Format

„Moderner Pflanzenschutz ist unverzichtbares Element einer ertragreichen und wettbewerbsfähigen Landwirtschaft. Er ist Voraussetzung dafür, die Verbraucher mit qualitativ hochwertigen, gesunden und sicheren Nahrungsmitteln zu angemessenen Preisen versorgen zu können sowie nachhaltig, also Umwelt- und Ressourcen schonend, zu wirtschaften.“ Diesen Standpunkt vertrat Dr. Manfred Kern von Bayer CropScience, der über den Beitrag des Pflanzenschutzes für eine nachhaltige Landwirtschaft sprach.

Pflanzenschutzmittel spielen nicht nur für den Produktivitätsfortschritt eine wichtige Rolle, sondern auch für eine nachhaltige Entwicklung der globalen Landwirtschaft. Sie sichern hohe Erträge und Qualitäten; durch sie können knappe bzw. begrenzte Ressourcen wie Fläche, Energie und Kapital effizient genutzt werden. Pflanzen-schutzmittel tragen außerdem dazu bei, die Einkommen und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft zu verbessern.

Davon profitieren nicht nur hoch entwickelte Länder wie Europa oder Nordamerika. Insbesondere in der südlichen Hemisphäre sichern moderne Agrartechniken und Pflanzenschutzmittel, wie sie angeboten werden, Ernteerträge und helfen, eine stark wachsende Bevölkerung zu ernähren. Die Sicherung der Welternährung ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Die Agrarwirtschaft steht dabei vor großen Aufgaben: Die Anbauflächen lassen sich kaum noch ausdehnen. Neben dem steigenden Bedarf an Nahrung und Futtermitteln wächst auch die Nachfrage nach Energiepflanzen. Erschwerend kommen die sich abzeichnenden Klimaveränderungen noch hinzu. Und nicht zuletzt aufbrechende Verteilungskonflikte in Schwellen- und Entwicklungsländern machen es erforderlich, die Landwirtschaft wieder stärker in den Fokus der internationalen Forschungs- und Entwicklungspolitik zu rücken. Denn nur so kann die Ernährung in Zukunft gesichert werden.

„Gebraucht wird nichts weniger als eine zweite grüne Revolution“, betonte der Referent.

Dr. Kern ist überzeugt, dass eine Intensivierung und Ertragssicherung unter Nutzung innovativer Pflanzenschutzprodukte daher wichtiger denn je ist.

Bayer CropScience fördert die Produktion hochwertiger Nahrungsmittel in ausreichenden Mengen, indem das Unternehmen u.a.:

  • Lösungen liefert, welche die Pflanzengesundheit und -produktivität stärken und gleichzeitig die Umwelt schonen.

  • Aspekte der Lebensmittelsicherheit in seiner Entwicklungstätigkeit berücksichtigt.

  • Gefahren durch mikrobiologische Giftstoffe wie Mykotoxine mit Hilfe geeigneter Technologien vermeiden hilft.

 
 
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.

04.09.2009

 
 
 
     
 
 

 

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