BUNDESVERBAND DER AGRARGEWERBLICHEN WIRTSCHAFT E.V.

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Pressetitel 2009

 
 

Pressemeldung

 
     
 

Biokraftstoffsteuer hemmt Absatz biogener Kraftstoffe

 
     
 

Bonn. 13.11.2009. Im Rahmen der „Agritechnica“, der führenden Industriemesse für Landtechnik, nahm Bernd Kleeschulte, Vorsitzender des Ölsaatenausschusses des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Stellung zur aktuellen Diskussion über die Besteuerung von Biokraftstoffen. „Wir begrüßen die klare Aussage der neuen Koalition, Maßnahmen zum Erhalt der Märkte für reine Biokraftstoffe zu ergreifen. Das vorgesehene Einfrieren der Energiesteuer für Biodiesel und Pflanzenölkraftstoff auf einen Satz von 18,46 Cent/Liter ist jedoch völlig unzureichend, um eine Perspektive für die Hersteller zu schaffen“, so Bernd Kleeschulte. Im vergangenen Jahr haben massive Umsatzeinbrüche und Insolvenzen gezeigt, dass auf diesem Steuerniveau unsere Unternehmen nicht betriebswirtschaftlich arbeiten können. In der Arbeitsgruppe der Fraktionen „Agrar und Umwelt“ war im Zuge der Koalitionsverhandlungen noch ein Steuersatz von 10 Cent per Liter im Gespräch. Diesen Vorschlag unterstützen wir seitens des BVA nachdrücklich.

Weiterhin vermisst Kleeschulte eine Differenzierung in der politischen Diskussion. Der zumeist mittelständisch geprägte Reinkraftstoffhersteller, der B100- und Rapsölkraftstoffe liefert, kämpft mit anderen Rahmenbedingungen. „Uns fehlt der Zugang zur Mineralölindustrie, wir können daher von der Biokraftstoffquote nicht profitieren und sind auf Käufer im speditionellen Umfeld angewiesen“.

Ebenfalls kritisch sieht Kleeschulte die Umsetzung der Anforderungen, die sich aus den Biomassestrom- und Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnungen ergeben. Landwirtschaft und Agrarhandel wird erneut zusätzliche Bürokratie aufgebürdet. Der derzeit vorgesehene Zeitrahmen für die Umsetzung ist aus BVA-Sicht nicht zu halten. Nach wie vor liegen die zweite Verwaltungsvorschrift und die Leitfäden zum Referenzsystem nicht vor. Auch fehlen akkreditierte Zertifizierungssysteme und Zertifizierer. Eine zwölfmonatige Einführungsphase begleitet von einem intensiven Monitoring würden der Wirtschaft helfen, die Anforderungen zielführend und pragmatisch umzusetzen.

Der BVA bekennt sich zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung, die aufgrund globaler Rohstoffströme jedoch nur im internationalen Ansatz umsetzbar ist. Die besonders ertragsstarke Getreide- und Ölsaatenernte 2009 führt zu einer guten Versorgung der Märkte der Ernährungs- und Futtermittelwirtschaft sowie technischen Verwendung. In diesen Tagen muss bereits wieder Getreide der Intervention zugeführt werden. Für die Landwirtschaft sind Biokraftstoffhersteller daher eine willkommene Absatzalternative.

Mit dem Ziel wachsende Energie-Eigenversorgungsanteile zu gewinnen, appellierte Kleeschulte, Biokraftstoffe nicht gegeneinander auszuspielen. Eine höhere gesellschaftliche und politische Akzeptanz erfahren Biokraftstoffe, wenn sie ihre unterschiedlichen Stärken und Potenziale zum Ersatz fossiler Kraftstoffe aufzeigen.

 
     
     
  Text der Presseinformation im PDF-Format:

Pressemitteilung im PDF-Format

 
     
     
 
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.

13.11.2009

 
 
 
 
 

 

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