|
|
| |
|
P r e
s s e m e l d u n g
Hoher Getreideüberhang, Preise stagnieren
Präsident Fehse sieht Neustart mit EUREX als Chance |
 |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Berlin.
16.03.2010. „Es liegt im Interesse des Handels, dass wir im Mittelpunkt
Europas eine Waren-terminbörse für unsere Produkte haben“, erklärte Bruno
Fehse, Präsident des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V.
(BVA). Auf der Jahrespressekonferenz in Berlin forderte er nachdrücklich den
Agrarterminhandel an der EUREX in Frankfurt (Tochter der Deutschen Börse AG
Frankfurt) zu etablieren. Seitens des BVA habe es bereits erste Gespräche über
die Platzierung eines Weizenkontrakts gegeben. Er warnte davor, „am Tropf der
Amerikaner“ zu hängen. Die MATIF in Paris (Tochter der NYSE New York) habe
den Nachteil größerer Handelsrisiken, weil eine Ableitung des Marktpreises von
Rouen deutlich schwieriger zu handhaben sei, als wenn z.B. Hamburg oder
Mittellandkanal als Parität genommen wird. Der BVA-Präsident appellierte an alle
Beteiligten, das neue Börsen-Projekt zum Erfolg zu führen. Die Banken
unterstützen – nicht zuletzt aus den Erfahrungen der internationalen Finanzkrise
- diese wirksame Absicherung des Warengeschäfts. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Als zweites
innovatives Projekt erläuterte Bruno Fehse den Journalisten das eben aus der
Taufe gehobene Zertifizierungssystem REDcert für nachhaltig erzeugte Biomasse.
REDcert leitet sich ab von der englischen Bezeichnung der
Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (Renewable-Energy- Directive = RED). „Wir
wollen damit einerseits für unsere Unternehmen eine 1:1-Umsetzung der
bestehenden Verordnungen und andererseits einen stimulierenden Wettbewerb der
Systeme gewährleisten“, erklärte Fehse den Sinn des Systems, das zehn
Verbände gemeinsam tragen. „Zur optimalen Umsetzung der neuen Anforderung
gehört allerdings auch, dass das erste Jahr (01.07.2010 – 30.06.2011)
sanktionsfrei gestaltet wird, um die zu erwartenden Anlaufschwierigkeiten
belastungsfrei beheben zu können“, forderte Fehse. In Richtung Politik
mahnte er an, dem Agrarsektor nicht noch weitere Belastungen aufzubürden - wie
eine diskutierte Stickstoffsteuer oder eine Methanabgabe für Wiederkäuer. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Ernte: Erste Impulse im April |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Für die kommende
Ernte hofft der BVA-Präsident auf erste Impulse im April. Die derzeitige Lage in
der Getreidevermarktung bezeichnete er als „impulslos“. An den
Terminmärkten für Brot- und Qualitätsweizen stagnieren die Preise auf niedrigem
Niveau. Die Nachfrage aus den Exportländern ist ruhig. Seiner Meinung nach hilft
auch die aktuelle Euroschwäche nicht, um den Drittlandexport zu beleben.
"Uns fehlt die physische Nachfrage für Brotweizen. Darüber hinaus sind bei den
Feldbeständen zur kommenden Ernte kaum Auswinterungsschäden zu erwarten, sie
präsentieren sich Mitte März trotz des langen Winters gut.“ |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Nach Fehses
Einschätzung haben die Landwirte mindestens 35 Prozent der Weizenernte 2009 noch
auf Lager, vor allem große Mengen Qualitätsweizen stehen noch zur Verfügung.
Weltweit erreicht der Lagerbestand sogar ein Acht-Jahres-Hoch. „Das alles hat
Auswirkungen auf die Ernte 2010“, schloss der BVA-Präsident, der eine
Weizenernte in Deutschland auf Vorjahresniveau von rd. 25 Mio. t. erwartet.
„Angesichts der volatilen Märkte“, so Fehse, „fordern wir als BVA den
Erhalt eines funktionsfähigen Interventionssystems als unteres Sicherheitsnetz.“ |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Positiv überrascht
sei er vom Rapsmarkt, der sich am festen Rohölpreis orientiert und trotz der
Anbauausweitung auf hohem Niveau rangiert. Nach neuesten Schätzungen geht er für
2010 von einer EU-Rapsernte von 20,6 Mio. Tonnen (6,77 Mio. ha) gegenüber 21,35
Mio. Tonnen (6,45 Mio. ha) in 2009 aus. „Wir stellen fest, dass die
Bereitschaft der Landwirte, Vorkontrakte zu schließen, in diesem Jahr deutlich
geringer ausgeprägt ist“, so Fehse. Die Hoffnung, dass der Rapspreis die 300
€ Marke übersteigt und es zu deutlichen Preissteigerungen kommen wird, sehen wir
auch aufgrund des hohen Angebotsüberschusses an Sojabohnen nicht. Ganz anders
sieht es beim Mais aus. Aufgrund einer starken Nachfrage für die Produktion von
Bioethanol bei gleichzeitigem Angebotsdefizit, sieht man dort Spielraum für
Preisphantasien. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
Text der Pressemeldung im PDF-Format: |
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. |
16.03.2010 |
|
|
|
|
|