|
|
| |
|
P r e
s s e m e l d u n g |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
BVO: Gute Versorgungslage mit
Z-Saatgut in 2012 erwartet |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
Bonn/Berlin. Aufgrund
eines sehr schwierigen Vegetations-verlaufs und
regional schlechten Erntebedingungen konnte der
deutsche Saatgutmarkt im Herbst 2011 nicht über alle
Fruchtarten ausreichend mit zertifiziertem Saatgut
(Z-Saatgut) versorgt werden, berichtete Jörg
Hartmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes
der VO-Firmen e.V. (BVO) im Rahmen eines
Pressegesprächs in Bonn.
Der ungewöhnlich trockene
Frühling 2011 führte bei
Wintergerste im gesamten Bundesgebiet zu
Ertrags-verlusten, regional lagen die
Erträge bis zu 50 Prozent unter den
gewöhnlichen Erträgen. |
 |
|
|
|
| |
|
Die
Nachfrage nach Wintergerste konnte zwar
weitestgehend bedient werden, der Markt ist
allerdings nahezu leer und ausverkauft. Eine
derartige Räumungsquote für Wintergerste hat es im
gesamten Bundesgebiet in dieser Form noch nicht
gegeben. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Für
Winterweizen bestätigten die meisten
Regionen Deutschlands normale Erträge, doch in
einigen Regionen führte das trockene Frühjahr 2011
zu 20 Prozent niedrigeren Erträgen im Vergleich zum
langjährigen Durchschnitt. Aber vor allem in Teilen
Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns
führten die Regenperioden im August zu teilweise
starken Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent und in
der Folge auch zu Qualitätseinbußen. Die relativ
hohen Tausendkorngewichte (TKG) bei Winterweizen von
50 – 65 g/1000 Körner erschwerten die Hochrechnung
auf das benötigte Saatgut und haben Befürchtungen um
eine ausreichende Versorgung mit Winterweizensaatgut
zusätzlich verstärkt.
Bei Winterroggen
mussten geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der
Saatgutversorgung in 2011 eingeleitet werden. Hierzu
ist im Rahmen der Verordnung über besondere
Anforderungen an Saatgut von Roggen und Triticale
für ein Kontingent von insgesamt 10.000 Tonnen
Winterroggen bestimmter Sorten die Keimfähigkeit von
85 auf 75 Prozent abgesenkt worden. Tatsächlich sind
lediglich etwa 910 Tonnen keimfähigkeitsreduzierte
Ware bei der EU beantragt worden.
Die Keimfähigkeit von
Wintertriticale ist aufgrund der sehr
knappen Verfügbarkeiten von 85 auf 80 Prozent
gesenkt worden. Laut der deutschen Züchterhäuser
sind etwa 1.500 Tonnen keimfähigkeitsreduziertes
Wintertriticale-Saatgut verkauft worden. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Insgesamt erinnerte die Situation
bei Winterweizen, vor allem aber bei Wintertriticale
und Winterroggen mit regional schwierigen
Erntebedingungen an die Situation im davor liegenden
Jahr, in dem sich die Züchter dazu entschlossen
hatten, ausnahmsweise und zeitlich begrenzt für die
Herbstsaison 2010 die Anerkennung von Z2-Saatgut
(zertifiziertes Saatgut 2. Generation) für diese
Fruchtarten zu beantragen, führte Hartmann aus. In
Schleswig- Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
wiesen in 2011 laut den Anerkennungsstellen Teile
der Partien lediglich Keimfähigkeiten zwischen 85 -
91 Prozent auf. Insgesamt lag der Anerkennungsstand
bei Winterweizen in diesen beiden Bundesländern
Anfang September 2011 deutlich unter dem des
Vorjahres. Die zu dieser Zeit in Schleswig-Holstein
anerkannten Partien umfassten beispielsweise ca.
6.700 Tonnen Winterweizen-Saatgut, was lediglich 16
Prozent der im Jahr 2010 zum gleichen Zeitpunkt
anerkannten Menge (42.000 Tonnen) entsprach. Um eine
ausreichende Versorgung der deutschen Landwirtschaft
mit Winterweizensaatgut in der Herbstsaison 2011 zu
gewährleisten, haben sich die deutschen Züchter
daher – aus Sicht der Frühsaatregionen
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern
allerdings relativ spät – darauf verständigt, bei
Winterweizen individuell, sortenspezifisch und
partieweise die Absenkung des
Keimfähigkeitsparameters bei Winterweizen auf 85 -
91 Prozent zuzulassen. Auf diesem Weg konnte bei
Sorten, für die Z1-Saatgut nicht mehr verfügbar war,
die Versorgung mit Z2-Saatgut sichergestellt werden.
Nach ersten Umfragen der deutschen Züchterhäuser
betrug die Menge der zugelassenen
Z2-Weizensaatgutmenge in 2011 ca. 11.800 Tonnen. In
der Herbstsaison 2010 waren es zum Vergleich etwa
16.700 Tonnen. Gerade in den Frühsaatregionen
Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern führte
die Unsicherheit hinsichtlich der Ergebnisse der
Saatgutanerkennung sowie der ausstehenden
Entscheidung pro oder contra Absenkung der
Mindestkeimfähigkeit bei Winterweizen dazu, dass
sich die Landwirte in diesen Regionen mit eigenem
Saatgut (Nachbausaatgut) versorgt haben. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Ausblick 2012 |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Nahezu ideale
Witterungsbedingungen zur Herbstaussaat 2011 haben
dazu geführt, dass die geplanten
Winteraussaatflächen vollständig bedient werden
konnten, erläuterte Hartmann. Es bleibt abzuwarten,
wie sich die Spättrockenheit im Herbst 2011 sowie
der relativ milde Winter auf die Ernte 2012
auswirken. Wie eine aktuelle Umfrage der deutschen
Zücht-erhäuser zeigt, wird die Vermehrungsfläche von
Wintergetreide in 2012 im Vergleich zum Vorjahr um
knapp 6 Prozent auf 103.335 ha ausgedehnt. Auf etwa
56 Prozent dieser Wintergetreidevermehrungsflächen
(insgesamt 58.180 ha) wird Winterweizen vermehrt.
Die Vermehrungsfläche von Winterweizen ist damit
über das Vorjahresniveau gestiegen, genauso wie die
Vermehrungsfläche von Wintergerste (25.036 ha) und
Winterroggen (10.126 ha). Lediglich die
Vermehrungsfläche für Triticale ist im Vergleich zu
2011 auf 9.463 ha Vermeh-rungsfläche in 2012
gesunken. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
Nach diesen Ausführungen ist für
2012 insgesamt von einer guten Versorgungslage mit
Z-Saatgut auszugehen. Jedoch haben die Jahre 2010
und 2011 gezeigt, dass die Qualitäten und
Erntemengen erst abschließend nach Beginn der Ernte
abgeschätzt werden können. Wichtig ist hierbei aber
zu erwähnen, dass das gesamte Winter-weizensaatgut
aus der Herbstsaison 2011 – trotz der teilweise
erfolgten Herabsetzung der Keimfähigkeit – alle
anderen Parameter für Z-Saatgut (Besatz, Reinheit
etc.) komplett erfüllen konnte, sodass sich die
Landwirte auf eine gute Qualität und alle bekannten
Vorteile gegenüber Nachbausaatgut stützen konnten. |
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
Text der Presseinformation im PDF-Format: |
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V. |
12.01.2012 |
|
|
|
|
|