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Thema: EU-Pflanzenschutzpolitik


     
   

 

 

Hiltrud Breyer MdEP

 

| www.hiltrud-breyer.eu |
 

 
18.12.2008

Politische Einigung bei EU-Pestizidzulassung schafft Sicherheit

 


Zur vorläufigen Einigung in 2. Lesung zur EU-Pestizidverordnung erklärt die Europaabgeordnete und Berichterstatterin des EP-Ausschusses für Umweltschutz, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Hiltrud Breyer MdEP (Bündnis 90 / Die Grünen):

Nach konstruktiven Verhandlungen haben sich Europaparlament und Rat gestern Abend auf neue Zulassungsvorschriften für Pestizide geeinigt. Die Einigung ist ein Meilenstein für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Weltweit erstmalig werden hochtoxische Pestizide auf den Index gesetzt. Wirkstoffe, die Krebs erzeugen, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung schädigen sind in Zukunft verboten. Ebenfalls auf der Schwarzen Liste stehen die Umwelthormone (endokrine Disruptoren), für die es bisher keine Definition gibt. Gestern Abend wurde eine erste Checkliste aufgestellt, die die EU-Kommission binnen 4 Jahren vervollständigen muss. Wirkstoffen, die die Entwicklung von Immun- oder Nervensystem schädigen gilt verstärktes Augenmerk durch eine strenge Sicherheitsprüfung. Es ist hervorragend, dass die EU damit internationaler Vorreiter für mehr Sicherheit wird.

Ein Durchbruch sind auch die Verbesserungen für den Bienenschutz, die die Handschrift des Europaparlaments tragen. In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Wirkstoffe keine unakzeptablen akuten und chronischen Effekte auf Bienen haben. Mein Insistieren auf Rückverfolgbarkeit bei Obst und Gemüse hat Früchte getragen. Es gelten in Zukunft genaue Dokumentations-kriterien für Produzenten und Landwirte. Außerdem ist die EU-Kommission in der Pflicht, in einer Studie Kosten und Nutzen eines Informationssystems zwischen Handel und Produzenten zu untersuchen. Dies ist der Einstieg in den elektronischen Feldpass.

Pestizidprodukte sollen künftig in Europa mit gegenseitiger verpflichtender Anerkennung in drei Zonen zugelassen werden. Auf Drängen des Europa-parlaments werden dabei jedoch die Möglichkeiten der EU-Mitgliedsstaaten, zusätzliche Anwendungsbedingungen oder Beschränkungen aufzustellen, erheblich ausgeweitet. Dies ist das klare Ja zur Harmonisierung bei der Produktzulassung, lässt jedoch den EU-Mitgliedsstaaten Flexibilität, die jeweiligen nationalen Umweltstandards zu sichern.

Die Einigung ist win-win für alle: sie bringt mehr Umwelt- und Gesundheits-schutz, Verbrauchersicherheit, schafft aber auch Innovationsanreize für die Wirtschaft und sichert deren Wettbewerbsfähigkeit. Sie muss noch durch den Rat und in der Plenarabstimmung des Europaparlaments am 14. Januar 2009 bestätigt werden.

Quelle: | www.hiltrud-breyer.eu/hbreyer/fe/pub/de/dct/449 |

     
 
 
 

 


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