BUNDESVERBAND DER AGRARGEWERBLICHEN WIRTSCHAFT E.V.

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Thema: Gentechnik


Meinungsaustausch mit Bundesministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz Ilse Aigner in Berlin

Bonn. BVA. 17.04.2009. Zu einem intensiven Meinungsaustausch mit Bundesministerin Ilse Aigner unter dem Motto „Wettbewerbsfähigkeit stärken – Herausforderungen für die deutsche Agrarwirtschaft meistern“ trafen sich am 15.04.09 die Präsidenten und Geschäftsführer der im „Grain Club“ organisierten sechs Verbände der Getreide-, Ölsaaten- und Futtermittelwirtschaft, zu denen u.a. auch der BVA gehört. Ebenfalls vertreten waren der BGDP und der BVO. Schwerpunktthemen waren u.a. die Umsetzung der Erneuerbaren Energien-Richtlinie der EU in nationales Recht, die Gentechnik sowie der Pflanzenschutz.

Zur Nachhaltigkeitsdebatte haben die Wirtschaftsverbände deutlich gemacht, dass die geplanten Regelungen für eine Nachhaltigkeitszertifizierung von Biomasse für Bioenergie und Biokraftstoffe entsprechende Auswirkungen auch auf die Produktion und Vermarktung von einheimischen Agrarrohstoffen für den Futtermittel- und Lebensmittelmarkt haben werden. Ministerin Aigner sagte zu, die Auswirkungen auf die verschiedenen Märkte im Haus zu prüfen.

Zum Thema Gentechnik gab es einen sehr offensiven Meinungsaustausch über die nega-tiven Auswirkungen der Nulltoleranz-Politik und des Anbauverbots auf alle Marktsegmente, von denen nicht nur die konventionelle Agrarwirtschaft sondern auch der Ökolandbau betroffen sind. Letztlich wird die Versorgung der Lebens- und Veredelungswirtschaft mit importierten Agrarrohstoffen immer stärker gefährdet. Vor diesem Hintergrund haben die Verbände u.a. gefordert:

  • Einführung eines Toleranzwertes in Höhe von 0,5 Prozent („Schweizer Modell“) für diejenigen GVO in Lebens- und Futtermitteln, die in Drittländern bereits kommerziell genutzt werden und damit auch eine behördliche Sicherheitsprüfung mit positivem Urteil durchlaufen haben.

  • Einführung eines praxisgerechten GVO-Kennzeichnungs-Schwellenwertes für Saatgut

In der anschließenden Diskussion machte Ministerin Aigner deutlich, dass die Nulltoleranz ein sehr sensibles Thema sei und auf europäischer Ebene weiter verfolgt werden müsse. Zum Anbauverbot von MON810 betonte sie, dass es sich hierbei um eine Einzelfall-entscheidung handele und nicht generell gegen die grüne Gentechnik gerichtet sei.

Beim Pflanzenschutz appellierten die Verbände an Ministerin Aigner, sich für folgende Punkte einzusetzen:

  • Sachgerechte Zulassungskriterien für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, damit es keinen Kahlschlag bei den dringend benötigten Wirkstoffen gibt,

  • Eine Harmonisierung innerhalb der EU bei der PSM-Zulassung zu verfolgen, um illegalen PSM-Importen vorzubeugen,

  • Gegenseitige Anerkennung von Zulassungen innerhalb des 3-Zonenmodells unkompliziert zu regeln

  • Quantitative Zielvorgaben für die nationalen Aktionspläne möglichst vermeiden.

Des Weiteren haben wir deutlich gemacht, dass das Thema Vorratsschutz die gesamte Branche sehr bewegt, da uns immer weniger Mittel zur Verfügung stehen, um die Schädlinge im Lager in Schach zu halten.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass im Dialog zwischen Bundesregierung und Agrarwirtschaft die z.Z. brennendsten Punkte der Branche zur Sprache gebracht werden konnten. Dabei haben die Verbandspräsidenten auch auf die negativen Entwicklungen in den Märkten hinweisen können, wenn durch die Politik klare und praxisgerechte Ent-scheidungen verzögert oder blockiert werden. Es bleibt abzuwarten, welche politischen Konstellationen sich nach den Europa- und Bundestagswahlen ergeben, bevor wieder mehr Bewegung in die politisch umstrittenen Themen kommt. Die Unternehmen und ihre Verbände bleiben daher aufgerufen, thematisch am Ball zu bleiben und konsequent bei allen sich bietenden Gelegenheiten klar und eindeutig für den Agrarstandort Deutschland Stellung zu beziehen.

 
 
 
 

 


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