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Der
deutschen Mischfutterindustrie machen derzeit unterschiedliche
Einflussfaktoren das Wirtschaften schwer. Das war die vorherrschende Meinung
der rund 150 Teilnehmer des „Futtermittelhandelstages“, zu dem der Deutsche
Verband Tiernahrung (DVT), der Bundesverband der Agrargewerblichen
Wirtschaft (BVA), der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse (VdG)
und die Bundeslehranstalt Burg Warberg eingeladen haben.
In der Futtermittelwirtschaft hat in den vergangenen
Jahren ein stetiger Konzentrationsprozess stattgefunden. Vor zehn Jahren
waren rund 550 Mischfutterhersteller am Markt; heute sind es deutlich
weniger Betriebe sagte Dr. Dietrich Schwier von der Deutsche Tiernahrung
Cremer GmbH, Düsseldorf. Die Vorteile, die große Betriebe haben, würden dort
für weiteres Wachstum sorgen, die kleineren Unternehmen müssten sich nach
der Decke strecken. Dabei sorgten die anfallenden Transportkosten allerdings
dafür, dass die Großbetriebe nicht uneingeschränkt wachsen würden, betonte
Schwier. Probleme bereitet neben den hohen Rohstoffpreisen auch die
Verknappung bei einigen Zusatzprodukten, Monopole bei Vitaminen, der
Konzentrationsprozess in der Branche bis hin zur EU-Agrarpolitik, die im
Moment die Null-Toleranz für in der EU nicht zugelassene gentechnisch
veränderte Sorten festhält.
Bobby Richie, US-Botschafter in Berlin für Agricultural
Affairs, sieht für die USA keine direkte Notwendigkeit in den politischen
Dialog mit der EU-Kommission zu treten. „Unsere Hauptabnehmer für GV-Soja
und -Mais sitzen nun in China und in Asien insgesamt, Europa ist ein stetig
schrumpfender Markt geworden. Europa müsste sich mittelfristig überlegen, ob
es wirklich wirtschaftlich ist, einen Sonderweg zu gehen. In den USA ist
Richie zufolge Biotechnologie bereits auf breiter Basis akzeptiert. Er rät
dazu, dass sich auch die EU-Mitgliedstaaten der ökonomischen Realität
stellen und ihre Blockadepolitik für GVO überdenken sollten.
Sebastian Kuck, Cargill GmbH, Amsterdam, macht die
Vorstellungen seines Unternehmens zum Handel von GV-Soja der zweiten
Generation konkreter. „Praktikabel für die US-Ernte 2008 wäre ein
Schwellenwert von 0,9-% für die noch nicht in der EU zugelassene
GV-Sojabohne. Dies ist aber nur realisierbar, da sich die Sorte im
Vermehrungsanbau befindet und noch nicht für kommerzielle Zwecke genutzt
wird. Da für 2009 der kommerzielle Anbau geplant ist, muss seiner Meinung
nach bis dahin die GV-Sojabohne in der EU zugelassen sein. „Ein möglicher
Schwellenwert von 0.9% hilft uns dann nicht mehr weiter“, so Kuck.
Grundsätzlich muss auch davon ausgegangen werden, dass die Verbreitung der
GV-Sojabohne über die US-Grenzen hinweg schnell erfolgen wird. Wenn es für
2009 keine Einigung gibt, seien GVO kein US-amerikanisches oder
argentinisches, sondern ein rein europäisches Problem, sagte Kuck.
Allerdings seien 2007 lediglich 1 Mio. t Soja aus den USA nach Deutschland
geflossen, erklärte Schwier. Deutlich mehr Soja sei aus Brasilien gekommen.
Aber auch andere Länder klopften in Brasilien an, seitdem es in Argentinien
Probleme gebe. „Bisher haben wir insbesondere bei Sojaschrot einen relativ
gleichmäßigen Preisverlauf gehabt. Wenn wir uns selber einschränken, aus
welchen Ländern wir Ware beziehen, müssten wir hier mehr vorrätig haben und
jeden Preis zahlen“, sagte Schwier.
Noch deutlichere Worte fand Claus- Peter Wölpern von der
KOFU Tiernahrung GmbH, Neuss. „Es interessiert keinen Saatguthersteller,
ob wir hier GVO haben wollen oder nicht. Im Agrarbereich sind wir in der
Welt klein und unbedeutend. Die wichtigen Absatzmärkte sind in Asien und in
Südamerika, daher können wir überhaupt keinen Druck auf die
Saatguthersteller ausüben“, erläuterte Wölpern. Eine Möglichkeit, diese
Situation zu entschärfen, wäre, neue Produkte in den Futtermischungen
einzusetzen und alte wiederzubeleben, wie Roling betonte. Schon jetzt finden
vermehrt Sorghum und Tapioka Einsatz in den Mischungen, aber es blieben
Engpässe bei den endlichen Stoffen wie z.B. Phosphor. „Wir haben eine sehr
gute Verfügbarkeit von Fleisch-Knochen-Mehl aus der Lebensmittelwirtschaft.
Warum nehmen wir das nicht?“ Hier sitze eine der Ursachen für die
Verteuerung der Lebensmittel. „Einige Nebenprodukte aus der
Lebensmittelindustrie werden zu wenig genutzt, andere aufwändig vernichtet“,
sagte der DVT-Sprecher.
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