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Futtermittelhandelstag 24./25. Mai 2011, Warberg

 

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Sponsoren


Der Futtermittelhandelstag 2011 wurde von den nachstehenden 4 Firmen unterstützt:
 

 

Bison Schweiz AG

Bruker Optik GmbH

FOSS GmbH

3M Deutschland GmbH
       
       

Folgende  9 Firmen haben am Futttermittelhandelstag 2011 ausgestellt:

Liste der Aussteller

Analytik von Mykotoxinen und GVO:
3M Deutschland GmbH | NEOGEN Europe Ltd. 

Analysesysteme, Laborgeräte:
BÜCHI Labortechnik GmbH

Analysesysteme für Futtermittel:
Bruker Optic GmbH | FOSS GmbH | PERTEN INSTRUMENTS GmbH

Software für Futtermittelwerke und Agrarhandel:
Landwehr Computer- und Software GmbH | Bison Schweiz AG

Software für den internationalen Lebensmittel-, Futter- und Tierproduktionssektor:
Adifo GmbH

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Programm

(Fyer)

Begrüßung und Eröffnung
Peter Link
Geschäftsführer Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
Helmut Wulf
Präsident Deutscher Verband Tiernahrung e.V., Bonn

GAP- Reform 2013 Wird der Pflanzenbau/die 2. Säule „eingegrünt“?
Dr. German Jeub
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Berlin

Welchen Einfluss hat die Reform auf die tierische Veredlung?
Josef Efken
Johann Heinrich von Thünen Institut, Braunschweig

Dioxin-Skandal – Was ändert sich für die amtliche Futtermittelkontrolle?
Prof. Dr. Eberhard Haunhorst
Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Oldenburg

Was lernen wir aus dem Dioxin-Skandal?
Statements und Diskussionspartner
Prof. Dr. Eberhard Haunhorst
Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelischerheit (LAVES), Oldenburg
Günter Scheper
DEU Eiervertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Dinklage
Heinz Neesen
GSAgri, Schneiderkrug und Vizepräsident des DVT
Josef Hempen
Böseler Goldschmaus GmbH & Co. KG, Garrel

Diskussionsleitung
Bernhard Krüsken
Deutscher Verband Tiernahrung, Bonn

Zertifizierung der Nachhaltigkeit im Futtermittel- und Lebensmittelhandel?
Martina Fleckenstein
WWF, Vertretung Berlin

Entwicklungen auf dem Eiweißmarkt
Stefan Ludwig
ADM, Hamburg

Wohin bewegt sich der Markt energiehaltiger Futtermittel?
Dr. Heinz Roling
Joh. Kohnen GmbH & Co KG, Sögel

Wohin steuern die Märkte?
Podiumsdiskussion mit den vorangegangenen Referenten

Diskussionsleitung
Bernhard Dahmen
CropEnergies AG, Ochsenfurt

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Vorträge (Präsentationen)

   
"Die Gemeinsame Agrarpolitik nach 2013 - aus Sicht des BMELV"
Dr. German J. Jeub • BMELV
Präsentation im PDF-Format
   
"Welchen Einfluss hat die Reform auf die tierische Veredelung –
Welt-, EU- und nationale Fleischmärkte"

Josef Efken • Institut für Marktanalyse und Agrarhandelspolitik
Präsentation im PDF-Format
   
"Entwicklungen auf dem Eiweißmarkt"
Oliver Balkhausen • Toepfer International, Hamburg
Präsentation im PDF-Format
   
"Zertifizierung der Nachhaltigkeit im Futtermittel- und Lebensmittelhandel"
Martina Fleckenstein • WWF Deutschland
Präsentation im PDF-Format
   
"Wohin bewegt sich der Markt energiehaltiger Futtermittel"
Dr. Heinz Roling • Joh. Kohnen GmbH & Co. KG, Sögel herocon Unternehmensberatung Süderbrarup
Präsentation im PDF-Format

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Fotoimpressionen

 
 
 

Tagungsergebnis

Text im PDF-Format

Der Futtermittelhandelstag, der traditionell jährlich vom Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Deutscher Verband Tiernahrung (DVT), Verein der Getreidehändler (VdG) und der Bundeslehranstalt Burg Warberg veranstaltet wird, war auch in diesem Jahr mit rund 120 Personen gut besucht.

Einen kurzfristig festen Markt für energiehaltige Futtermittel erwartet unser Mitglied Dr. Heinz Roling von der Johannes Kohnen GmbH & Co. KG. Bis zur neuen Ernte seien anhaltend hohe Preise für Futtergetreide zu erwarten, erläuterte Dr. Roling auf dem Futtermittel-handelstag letzte Woche. Die Frage, ob das hohe Preisniveau der letzten Wochen in die Ernte 2011 übertragen werde, sei in den letzten Tagen durch die extreme Wettersituation beantwortet worden. Die anhaltende Trockenheit in weiten Teilen von Frankreich und Deutschland lasse irreversible Ertragsschäden am heranreifenden Getreide erwarten. Erst nach Abschluss des Getreidedruschs - also etwa ab September - könnte bei Verfügbarkeit der Maisernte eine Preiskorrektur beim Futtergetreide erfolgen, erwartet der Marktexperte. Für die Ernteschätzung bei Getreide gelte die bewährte 80 zu 20 Regel, wonach 20 % der Produzenten mehr als 80 % einer Ware produzierten. Die Hälfte des weltweiten Aufkommens von Weizen wachse in nur vier Ländern, weshalb regionale Wetter-extreme enorme Auswirkungen auf das globale Angebot haben könnten. Abweichungen von 10 % nach oben oder unten gegenüber dem Trendertrag seien beim Weizen keine Seltenheit, entsprächen aber immerhin 40 % des aktuellen globalen Lagerbestandes. Kurzfristig werde in Sachen Preisentwicklung auch die Mengenverfügbarkeit auf der Südhalbkugel eine Rolle spielen. Auf mittlere Sicht geht Dr. Roling davon aus, dass der Nachfragesog aus den drei Hauptsektoren Nahrung, Futtermittel und Biotreibstoffe bei hohen Preisen die Marktentwicklung vorgeben werde. Die Höhe der Produktionskosten werde die weltweite Mengenentwicklung bei den energiehaltigen Futtermitteln bestimmen. Maßnahmen zur Effizienzsteigerung würden dabei die Produktionsmethoden der Zukunft beschreiben. Der Futtermittelspezialist geht davon aus, dass klassische Rohwaren wie Getreide auch in Zukunft ihren Platz in der Futtergestaltung finden werden. Öle und Fette seien im Vergleich zu kohlenhydratliefernden Produkten sehr teuer. Die absolute Vorzüglichkeit bestimmter Rohwaren sei bei der Optimierung der Futterration jedoch nur schwer zu finden.

Wichtiges Thema des Futtermittelhandelstages war auch der Dioxin-Skandal. Heinz Neesen vom Futtermittelunternehmen GS agri stellte klar, dass die Mischfutterindustrie nicht Auslöser, sondern Geschädigte der Dioxinkrise sei. Um solche Krisen in Zukunft professionell zu managen, müsse eine fachlich kompetente, politisch unabhängige Stelle auf Bundesebene geschaffen werden, wo alle Informationen aus den Bundesländern zusammenliefen. Im Zuge des Risikomanagements müsse zunächst eine fachliche Beurteilung von Grenzwertüberschreitungen vorgenommen werden. Erst dann dürften gegebenenfalls zum Verbraucherschutz notwendige Maßnahmen eingeleitet werden. Bei den jüngsten Dioxinfunden wäre es gar nicht notwendig gewesen, so massiv an die Öffentlichkeit zu gehen. Zudem habe sich die Abstimmung zwischen einzelnen Bundesländern aufgrund der politisch unterschiedlichen Ansätze als schwierig erwiesen, monierte Neesen. Der Präsident vom Deutschen Verband Tiernahrung (DVT), Helmut Wulf, kritisierte, dass einige wenige Grenzwertüberschreitungen für eine große politische Kampagne instrumentalisiert worden seien. Man habe die beteiligten Unternehmen der Wertschöpfungskette - vom Futterlieferanten bis zum Landwirt – „im Regen“ stehen lassen. Im Nachgang könnten nun weder Politik noch Überwachungsbehörden zur Verantwortung für die entstandenen wirtschaftlichen Schäden gezogen werden. Finanzielle Verluste würden in keinster Weise entschädigt. Die Dioxinkrise vom Jahresbeginn könnte der deutschen Eierwirtschaft finanzielle Verluste von mindestens 100 Mio. Euro beschert haben. Diese Summe enthält nach Angaben von Günter Scheper von der DEU Eiervertriebsgesellschaft mbh & Co. KG Umsatzeinbußen durch Betriebssperrungen ebenso wie einbrechende Verkaufserlöse durch den Käuferstreik der Verbraucher.

Laut Prof. Eberhard Haunhorst vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucher-schutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat die Zusammenarbeit zwischen den Behörden, aber auch zwischen Behörden und Wirtschaftsbeteiligten sowie Verbänden nach den jüngsten Dioxinfunden sehr gut funktioniert. Zur Bewertung der Situation seien erstmals gleichberechtigt Ergebnisse aus amtlichen Untersuchungen und der Privatwirtschaft herangezogen worden, erläuterte Prof. Haunhorst. Allerdings gebe es durchaus Themenfelder, bei denen Verbesserungen möglich und notwendig seien, so der LAVES-Präsident. Notwendig sei beispielsweise die Etablierung eines einheitlichen Betriebsverzeichnisses für alle Betriebe in der Wertschöpfungskette. Hilfreich wäre auch ein einheitlicher Datenpool für Wirtschaft und Überwachungsbehörden. Mit entscheidend für eine rasche Krisenbewältigung sei ein effizientes Risikomanagement sowie die Verbesserung der Rückverfolgbarkeit für Futtermittel und Lebensmittel, ferner die Zusammenführung der Untersuchungsergebnisse von Behörden und der betrieblichen Eigenkontrollen auf einer Plattform.

In seinem Vortrag zur GAP-Reform 2013 ging Dr. German Jeub vom Bundesland-wirtschafts-ministerium davon aus, dass eine endgültige Entscheidung über die künftige Finanzausstattung der EU-Agrarpolitik erst im Jahr 2013 fallen dürfte, was der Agrarwirtschaft wenig zeitlichen Spielraum zur Anpassung an neue Förderkriterien lassen wird. Seiner Auffassung nach wird über die künftige Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik erst nach der französischen Präsidentschaftswahl entschieden, die im Frühjahr 2012 stattfindet. „Ohne Kenntnis des Haushalts wiede-rum kann nicht abschließend über einzelne Politik-Maßnahmen im Agrarbereich entschieden werden", ergänzte Dr. Jeub. Mit Beschlüssen über den künftigen Finanzrahmen rechnet Dr. Jeub erst unter irischer Ratspräsidentschaft in der ersten Jahreshälfte 2013. Bis dahin werde es bezüglich der geplanten Reform der EU-Agrarpolitik Ausrichtungsdiskussionen geben, die allesamt unter Vorbehalt der endgültigen finanziellen Vorausschau nach 2013 stünden. Bei der Neujustierung der Gemeinsamen Agrarpolitik trete sein Haus für entkoppelte, regional einheitliche Direktzahlungen zur Einkommenssicherung sowie zur Entlohnung nicht marktfähiger gesellschaftlicher Leistungen ein. Gerade bei der Entkopplung hätten andere Mitgliedstaaten teils großen Nachholbedarf gegenüber Deutschland. „Zudem lehnen wir jegliche Form der Kappung oder Degression ab", stellte Dr. Jeub klar. Cross Compliance hält man im BMELV auch künftig für unverzichtbar. Allerdings, so Dr. Jeub, sei eine konsequente Vereinfachung durch Überarbeitung des Regelwerks notwendig.

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