BUNDESVERBAND DER AGRARGEWERBLICHEN WIRTSCHAFT E.V.

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Ölsaatenhandelstag 23./24. September 2009, Warberg

 

| Programm | Vorträge | Fotoimpressionen | Tagungsergebnis |

 

Programm

| Flyer |

Begrüßung und Eröffnung
Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg

Marktberichterstattung Ölsaaten – aktuelle Informationen über Angebot und Nachfrage (siehe unter Vorträge)
Wienke von Schenck
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH, Bonn

Politikinfo Ölsaaten – aktuelle Politikberichte und Informationen – von Steuern bis zur Nachhaltigkeits VO.
Wie kann man sich auf die erwarteten zukünftigen Rahmenbedingungen einstellen?

Dr. Norbert Heim
UFOP - Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V., Berlin
Dr. Matthias Nickel  (siehe unter Vorträge)
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Bonn

GVO und Ölsaatenmärkte – aktuelle Entwicklungen (siehe unter Vorträge)
Dr. Petra Sprick
Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Berlin

Märkte – was geht – und wohin?
Bernd Brinkmann
WALTER RAU Neusser Öl und Fett AG, Neuss
Günther Hell
Bundesverband der Dezentralen Ölmühlen e.V., Saarbrücken
Jonst Interfurth
Beiselen GmbH, Ulm
Jens Kaß
STORIMPEX Nawaro GmbH, Glinde
Thomas Quinders
Bernd Quinders Getreide und Futtermittel Agentur GmbH, Neuss
Moderation
Bernd Kleeschulte Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft e.V., Bonn

Abwicklung der Rückzahlung der CMA Beiträge – Vorgehensweise und Regelungen
Dr. Jörg Eggers (siehe unter Vorträge)
Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e.V., Berlin

Kann Rapsschrot die Soja-Lücke schließen? Betrachtungen aus Sicht der Tierernährung (siehe unter Vorträge)
Dr. Manfred Weber
Zentrum für Tierhaltung und Technik, Iden

Handel im Blick – die Handhabung von Kassa-, Termin- und Basispositionen zur Risikoüberwachung (siehe unter Vorträge)
Dr. Claus Möllmann Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
 

anschl. Gedankenaustausch der Teilnehmer zum Thema: „Risikobewusstsein im Unternehmen“

 

Vorträge (Präsentationen)

 
"Marktberichterstattung Ölsaaten – aktuelle Informationen über Angebot und Nachfrage“ von Wienke von Schenck

Vortrag im PDF-Format

   
"Politik Ölsaaten – aktuelle Politikberichte und Informationen – von Steuern bis zu Nachhaltigkeits-VO“ von Dr. Matthias Nickel

Vortrag im PDF-Format

   
"GVO und Ölsaatenmärkte – aktuelle Entwicklungen“ von Dr. Petra Sprick

Vortrag im PDF-Format

   
"Abwicklung der Rückzahlung der CMA Beiträge – Vorgehensweise und Regelungen“ von Dr. Jörg Eggers

Vortrag im PDF-Format

 

 
"Kann Rapsschrot die Soja-Lücke schließen – Betrachtungen aus Sicht der Tierernährung“ von Dr. Manfred Weber

Vortrag im PDF-Format

   
"Handel im Blick – die Handhabung von Kassa-, Termin- und Basispositionen zur Risikoüberwachung“ von Dr. Claus Möllmann

Vortrag im PDF-Format

 

Fotoimpressionen

 
 

Tagungsergebnis

4. Ölsaatenhandelstag mit GVO- und Marktentwicklung als Themen

Angesichts der aktuellen Probleme durch die GVO-Nulltoleranz bei Ölsaaten aus Drittlandsimporten für das deutsche Agribusiness und die Märkte für Nahrungs- und Futtermittel, aber auch die chemische Industrie befassten sich mehrere Referenten mit diesem brisanten Thema anlässlich des Ölsaatenhandelstages, der am 23. / 24. September 2009 auf Warberg stattfand.

Frau Wienke von Schenk (AMI) stellte in ihrem Vortrag fest, dass trotz eines historischen Tiefstands bei den globalen Ölsaatenmärkten die Preise aufgrund hoher Ernten unter Druck stehen. Allerdings könnte die globale Nachfrage bei Sojabohnen wieder auf eine Rekordhöhe von über 201 Mio. t steigen. Dem steht eine geschätzte Erzeugung von 244 Mio. gegenüber. Bei Raps gibt es in Europa eine Rekordernte, aber weniger in der Ukraine, Kanada und Australien, so dass die Erzeugung weltweit auf insgesamt 56,6 Mio. t (VJ 58 Mio. t) sinken wird. Der Verbrauch wächst, auch bei Öl und Schrot, so dass eine Preiserholung für die 2. Wirtschaftsjahreshälfte möglich erscheint. Als Fazit lässt sich festhalten: die steigende Ölnachfrage wird v.a. Palmölmärkte bestimmen, wobei Ölschrote gegenüber preisgünstigem Getreide an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und gleichzeitig Importbarrieren den EU-Sojaschrotmarkt belasten werden.

Frau Petra Sprick (Ölmühlenverband) stellte in ihrem Vortrag über die Auswirkungen der EU-GVO-Nulltoleranz-Politik fest, dass schon in kurzer Zeit der Veredelungssektor in Deutschland und der EU empfindlich getroffen werden könnte, da in den großen Exportländern wie USA und Argentinien der GVO-Anteil über 90 % liegt und ständig neue Sorten hinzukommen, die in der EU noch nicht zugelassen sind. Dadurch erhöht sich die Gefahr für die Importeure, dass die Ware in der EU nicht verkehrsfähig ist. Hinzu kommt die Problematik durch Kontaminationen mit nicht in der EU zugelassenen Maissorten, die – bedingt durch den Umschlag der Ware - in Spuren (Stäube) bei Ölsaaten gefunden werden können. Bei einem Selbstversorgungsanteil von 30 % ist die EU dringend auf Importe angewiesen. Sollte sich der Agrarrat am 19. Oktober 2009 nicht auf die Zulassung von drei neuen GVO-Maissorten verständigen, erwartet die Branche eine Verknappung von Sojabohnen aus den USA ab Dezember. In diesem Zusammenhang wies Frau Sprick auch darauf hin, dass eine restriktive EU-Politik zu weiteren Verschiebungen führt, da dann die Ware noch stärker als bisher nach Asien abfließen wird und der Markteinfluss, aber auch die tierische Erzeugung der EU weiter zurückgehen wird.

Außerdem, so Dr. Manfred Weber (Zentrum für Tierhaltung und Technik), könne eine drohende Soja-Lücke für den Bedarf an Eiweiß für die Tierproduktion innerhalb Europas nicht gedeckt werden.

In seinem Vortrag über den aktuellen Stand der Nachhaltigkeits-Verordnungen stellte Matthias Nickel (BLE) fest, dass die Nachhaltigkeitsverordnung für Biomasse zur Stromerzeugung ab Januar 2010 zur Anwendung kommen wird und somit auch für die Ernte 2010 gelte. Die zuständigen Ministerien arbeiten zurzeit an einem Referenzsystem für die Nachhaltigkeitsprüfung. Wie die Zertifizierungssysteme, die künftig über die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien wachen sollen, aussehen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Für Importware werden ebenfalls die Nachhaltigkeitskriterien gelten.


 
 
 

 

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