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Pflanzenschutz- und Düngemittelhandelstag 18./19. November 2009, Warberg

 

| Programm | Vorträge | Tagungsergebnis |

 

Programm

| Flyer |

Begrüßung und Eröffnung
Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
Dr. Hans-Bernhard Overberg
Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e.V., Bonn

EU-Pflanzenschutz-Gesetzgebung – Wo stehen wir aktuell?
Dr. Ralf Petzold
Politikberater, Bonn

Die Umsetzung des EU-Pflanzenschutz-Pakets in nationales Recht – Konsequenzen für den Landhandel
Dr. Erich Jörg
Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, Mainz

Agri Benchmark – ein internationaler Produktionskostenvergleich
Janina Krug
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig

Der nationale/internationale Pflanzenschutzmittelmarkt aus Industriesicht
Dr. Hans Theo Jachmann
Syngenta Agro GmbH, Maintal

Der Pflanzenschutzmittelmarkt aus Sicht eines Landhändlers
Dirk Stephan
Rudolf Peters Landhandel GmbH & Co. KG, Winsen/Luhe

Neue Entwicklungen im Düngemittelrecht
Georg Embert
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bonn

Der zertifizierte Düngemittel-Fachberater – ein neues Angebot für die Branche
Peter Link
Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V., Warberg
Manfred Meyer
TIMAC Agro Deutschland GmbH, St. Augustin

Der Ausblick auf die Düngermärkte
Dr. Ralf Peters
Yara GmbH & Co. KG, Dülmen
Ulrich Foth
K + S Nitrogen GmbH, Mannheim
Cornelia Schröter
K+S Kali GmbH, Kassel

Vorträge (Präsentationen)

   
Der zertifizierte Düngemittel-Fachberater - ein neues Angebot für die Branche – Peter Link, Bundeslehranstalt Burg Warberg Anlage im PDF-Format
   
Der zertifizierte Düngemittel-Fachberater - ein neues Angebot für die Branche – Manfred Meyer, TIMAC Agro Deutschland GmbH, St. Augustin Anlage im PDF-Format
   
EU Pflanzenschutzmittel-Gesetzgebung. Wo stehen wir aktuell?
Dr. Ralf Petzold,
Politikberater, Bonn
Anlage im PDF-Format
   
Die Umsetzung des EU-Pflanzenschutz- Pakets in nationales Recht – Konsequenzen für den LandhandelDr. Erich Jörg, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, Mainz Anlage im PDF-Format
   
Agri Benchmark - ein internationaler Produktionskostenvergleich
Janina Krug, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig
Anlage im PDF-Format
   
Ausblick auf die DüngemittelmärkteDr. Ralf Peters, Yara GmbH & Co. KG, Dülmen Anlage im PDF-Format
   
Der Ausblick auf die Düngermärkte – Ulrich Foth,  K + S Nitrogen GmbH, Mannheim Anlage im PDF-Format
   
Der Ausblick auf die Düngermärkte Cornelia Schröter, K+S Kali GmbH, Kassel Anlage im PDF-Format
   

Tagungsergebnis

Erfolgreicher Pflanzenschutz- und Düngemittelhandelstag 2009 in Warberg

Mit rund 100 Teilnehmern aus der gesamten Branche und vielen interessanten sowie marktaktuellen Vorträgen war der diesjährige Pflanzenschutz- und Düngemittelhandelstag am 18. und 19. November auf Burg Warberg wieder sehr erfolgreich verlaufen. Der Handelstag wird traditionell vom Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA) und Bundesverband des Großhandels mit Dünge- und Pflanzenbehandlungsmitteln (BGDP) gemeinsam mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg organisiert.

In seinem Grußwort verwies der Vorsitzende des BVA-Pflanzenschutz- und Düngemittel-Ausschusses Dr. Hans-Bernhard Overberg auf die sehr komplexe Gesetzeslage bei den beiden wichtigen landwirtschaftlichen Betriebsmitteln hin. Auch das Thema Pflanzenschutzmittel-Importe sei rechtlich noch nicht befriedigend gelöst. Er äußerte seine Hoffnung, dass die beiden Märkte im neuen Wirtschaftsjahr wieder besser laufen. Im Anschluss berichtete Dr. Ralf Petzold umfassend über den aktuellen Stand der EU-Gesetzgebung. Er schlug einen Bogen von der EU-Zulassungsverordnung über die Rahmenrichtlinie, die Statistikverordnung, die Maschinenrichtlinie, der Thematischen Strategie, die Höchstmengen-Verordnung bis hin zum Anwenderschutz (neuer Grenzwert für akute Risiken für Anwender geplant). Er machte deutlich, dass noch viele Fragen ungeklärt sind. So ist z.B. noch offen, wie die Erleichterungen für kleine Kulturen oder die Änderungen bei der Aufzeichnungspflicht aussehen könnten.

Dr. Erich Jörg (Landwirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz) erläuterte in seinem Vortrag die Umsetzung des umfangreichen EU-Pflanzenschutzpakets in nationales Recht und die Konsequenzen für den Landhandel. Aus der EU-Rahmenrichtlinie ergeben sich für den Landhandel zahlreiche neue Anforderungen. So gelten bei Aufhebung, Änderung oder Ablauf einer Pflanzenschutzmittel-Zulassung Aufbrauchfristen von maximal 6 Monaten für Verkauf und Vertrieb, sowie zusätzlich 1 Jahr für Beseitigung, Lagerung und Verbrauch eines Pflanzenschutzmittels. Auch wird der Parallelhandel mit Pflanzenschutzmitteln künftig schärfer geregelt (Herstelleridentität) und überwacht – hierzu ist eigene Verordnung geplant. Auch der Internet-Handel wird künftig schärfer geregelt (nur noch gewerblich, nicht mehr privat?). Darüber hinaus werden die Aufzeichnungspflichten erweitert, wobei die Wirtschaft darauf gedrängte, keine Mehrfachzählungen in den Statistiken zu erzeugen, die ein falsches Bild von den eingesetzten Mengen verursachen würden. Des Weiteren sind neue Regelungen für die Fort- und Weiterbildung für Vertreiber und Berater geplant. In diesem Zusammenhang werden die Erteilung, Aufrechterhaltung und der Entzug der Sachkundebescheinigung neu geregelt. Darüber hinaus muss der Vertreiber genügend sachkundiges Personal zum Zeitpunkt des Verkaufs verfügbar haben und es muss sichergestellt werden, dass Pflanzenschutzmittel für die berufliche Verwendung nur an Sachkundige abgegeben werden. Auch das Thema Entsorgung wird generell geregelt, wobei in Deutschland durch PAMIRA bereits ein funktionierendes Entsorgungssystem besteht. Abschließend berichtete Dr. Jörg über das Ergebnis des Bund-Länder-Pflanzenschutzmittel-Kontrollprogramm 2007/2008, wobei z.B. die Beanstandungsquoten im Internethandel nach wie vor relativ hoch sind.

In ihrem Vortrag über Agri Benchmark – ein internationaler Produktionskostenver-gleich ging Janina Krug, von Thünen-Institut, auf die unterschiedlichen Produktionskosten in den verschiedenen Weltregionen für Weizen und Raps ein. Danach ist die EU-Weizen-produktion bei hoher Intensität und hohen Erträgen im Vergleich zu anderen Anbauregionen wettbewerbsfähig, während die EU-Rapsproduktion eindeutige Kostennachteile hat. Vor allem im Bereich Pflanzenschutz stellte sie Wettbewerbsnachteile fest.

Dr. Hans Theo Jachmann, Geschäftsführer der Syngenta Agro, beleuchtete in seinem Vortrag den nationalen und internationalen Pflanzenschutzmittel-Markt aus Industriesicht. Angesichts der weltweit wachsenden Nachfrage nach gesunden und preiswerten Nahrungsmitteln ist aus seiner Sicht der Einsatz moderner Betriebsmittel im Pflanzenschutz oder die grüne Gentechnik unerlässlich. Dessen ungeachtet sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Europa eher innovationshemmend, was z.B. PSM betrifft, da die bisherige Wirkstoffpalette schneller eingeschränkt werden wird als vorhergesagt und neue Wirkstoffe die Lücken nicht so schnell werden schließen können. Auch das Thema illegale Pflanzenschutzmittel-Importe ist noch nicht ausreichend gelöst, so dass die daraus drohenden Risiken für Anwender, Kultur und Umwelt weiter bestehen werden. Es gebe mittlerweile eine breite Palette von illegalen PSM, die den Markt beunruhigen. Allerdings arbeitet die Industrie an Lösungen z.B. durch Marker und S-Pac. Was den PSM-Markt betrifft, so wird dieser 2009 weltweit um rund. 7 % sinken (für Brasilien wird jedoch eine deutliche Steigerung prognostiziert), wobei für die EU ein Minus von 5-8 % erwartet wird. Für Deutschland erwartet er einen Rückgang von rund 3 % im Verbrauch. Nach neuesten Schätzungen lag die durchschnittliche Preisentwicklung bei PSM bei rund 3.3 %, die Kostenentwicklung auf Seiten der Landwirte aber bei Minus 2 %, d.h. die Landwirte haben die Intensitäten aufgrund der schlechten Erzeugerpreise reduziert. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass die Wirtschaftskrise den Agrarmarkt relativ spät und nur gedämpft erreicht hat, aber die Branche gedämpft optimistisch in die Zukunft schaut, wobei auch die Langfristprognosen angesichts der wachsenden Weltbevölkerung, insbesondere in Asien, insgesamt positiv sind.

Daran anschließend betrachtete Dirk Stephan, Rudolf Peters Landhandel, den Pflanzenschutzmittel-Markt aus Sicht eines Landhändlers. Er kritisierte, dass die vielfältigen Leistungen des Landhandels nicht ausreichend im Markt gewürdigt würden. Durch die Vielzahl der Akteure am Markt sei eine realistische Kalkulation der notwendigen Handelsmarge kaum möglich, zumal seiner Einschätzung nach eine wirkliche Kostenkalkulation nicht überall stattfinde. Die Folge ist, dass nur noch Rabatte gehandelt werden. Vor diesem Hintergrund forderte er ein Umdenken in den Unternehmen und sich künftig an den jeweiligen firmeneigenen Vollkosten für das PSM-Geschäft zu orientieren.
 

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