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Auch dieses Jahr wurde vom BVA, dem Bundesverband des Großhandels mit Dünge-
und Pflanzenbehandlungsmitteln e.V. (BGDP) sowie der Bundeslehranstalt Burg
Warberg e.V. der traditionelle Pflanzenschutz- und Düngemittelhandelstag
veranstaltet. Mit insgesamt 70 Teilnehmern war die Veranstaltung wieder gut
besucht. Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Themas Pflanzenschutz. Vor
allem sind das neue Pflanzenschutzgesetz und die Konsequenzen, die sich
daraus für den Handel und für die Zulassungspraxis ergeben sowie die
Lagerhaltung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, fachkundig erläutert
worden. Der zweite Tag fokussierte sich auf Themen des Düngemittelrechts und
der Düngermärkte. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer der
Bundeslehranstalt Burg Warberg, Peter Link, eröffnete der BVA-Dünge- und
Pflanzenschutzmittelausschuss-Vorsitzende, Dr. Hans-Bernhard Overberg,
den Handelstag. Er dankte der Bundeslehranstalt für die gute Zusammenarbeit
und betonte, dass gemeinsame Bestrebungen auch für die anstehenden
Herausforderungen im Dünge- und Pflanzenschutz-mittelbereich von großer
Wichtigkeit seien.
Zunächst gab Dr. Hans-Gerd Nolting, Leiter des Bereiches
Pflanzenschutz im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
(BVL), einen Überblick über die neuen Regelungen für die Zulassung von
Pflanzenschutzmitteln. Er ging auf die zonale Zulassung von
Pflanzen-schutzmitteln ein, welche die Einteilung der Mitgliedstaaten in 3
Zonen (Nord, Mitte, Süd) vorsieht. Deutschland sei gemeinsam mit 12 weiteren
Ländern (u.a. Nieder-lande, Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn usw.) der
mittleren Zone zugehörig. Innerhalb dieser Zonen bestehe dann das Prinzip
der verpflichtenden gegenseitigen Anerkennung. Bei diesem Prozess entstehe
ein Wettbewerb zwischen den Behörden der Mitgliedstaaten, da die
Antragsteller den bewertenden Mitgliedstaat für die Genehmigung des
Wirkstoffes und für die Pflanzenschutzmittelzulassung selbst wählen können.
Dass das BVL bisher die meisten Anträge von allen Mitgliedstaaten der
mittleren Zone erhalten habe, zeige wie wettbewerbsfähig der
Zulassungsstandort Deutschland im europäischen Vergleich sei.
Dr. Ralf Petzold ging in seinem anschließenden Vortrag über das neue
Pflanzenschutz-gesetz auf die neu geregelten Bereiche ein, die wichtig für
den Handel sind. Betroffene Bereiche seien vor allem die Einführung eines
Sachkundenachweises, neue Vorschriften bei der Abgabe von
Pflanzenschutzmitteln, der gewerbsmäßige Parallelhandel sowie vorgesehene
Strafvorschriften und Übergangsfristen. Abschließend berichtete Dr. Petzold,
dass der Gesetzesentwurf am 10. November 2011 vom Deutschen Bundestag in der
2. und 3. Lesung angenommen worden sei. Für den 16. Dezember 2011 ist die 2.
Lesung im Bundesrat vorgesehen.
Den Abschluss des ersten Handelstages bildete der Vortrag von Herrn Klaus
Oeder, Ingenieurbüro, zur Lagerhaltung von Pflanzenschutz- und
Düngemitteln. Praxisnah berichtete Herr Oeder von Auswirkungen aktueller
rechtlicher Fragestellungen auf den Anlagenbau, Konstruktions-prinzipien für
Pflanzenschutzmittellager sowie Lösungen zur Löschwasserrückhaltung in
Düngemittellagern.
Den zweiten Tag des Handelstages, der ganz im Zeichen der Düngemittel stand,
eröffnete Georg Embert vom Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucher-schutz in Bonn mit Erläuterungen zu den neuen
rechtlichen Bestimmungen des Düngemittelrechts. Herr Embert betonte, dass
mit dem umfangreichen deutschen Düngerecht alle Regelungsziele weitgehend
umgesetzt werden konnten. Unterschiedliche nationale Rechtsregelungen in den
Mitgliedstaaten würden jedoch zu Wettbewerbs-verzerrungen in der
Europäischen Gemeinschaft führen. Denn laut dem „Vertrag über die
Arbeitsweise der Europäischen Union“ (Lissabon-Vertrag) vom 01.12.2009 gilt
das Prinzip des freien Warenverkehres innerhalb der Grenzen der Europäischen
Union, wenn die Ware in einem der Mitgliedstaaten legal in den Verkehr
gebracht wird. Herr Embert verwies daher als Lösungsweg auf eine
vollständige Harmonisierung durch das EG-Recht, in dessen Folge die
Mitgliedstaaten auf eigenstaatliche Lösungen verzichten. Auf diese Weise
ließen sich auch notwendige Verbesserungen und Erleichterungen einbringen,
wenn auch oftmals bei einem solchen Prozess notwendige regionale
Differenzierungen von Vorgaben verloren gingen.
Zum Abschluss des diesjährigen Hhandelstages gaben Herr Ulrich Foth,
K+S Nitrogen GmbH, und Herr Friedhelm Mester, K+S Kali GmbH, einen
Rückblick auf die Saison 2010/11 sowie einen Ausblick auf die Saison
2011/12. Herr Foth bewertete die Nachfrage nach Düngemitteln dabei als
weltweit anhaltend stark und erwartet für die nächsten Monate
Preissteigerungen sowie mögliche temporäre Lieferengpässe aufgrund von
Niedrigwasser, Eisgang und weiteren eventuell auf-tretenden
Herausforderungen. Herr Mester ging in seinem abschließenden Vortrag
speziell auf aktuelle Entwicklungen auf dem Kalimarkt ein.
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