Unternehmer im ländlichen Raum

01.10.2017

Investitionen in Menschen und Regionen

1. Leistungsfähige Infrastruktur benötigt

Mehr als die Hälfte der Einwohner Deutschlands - etwa 47 Millionen Menschen - lebt in ländlichen Regionen. (BMEL (2016): Ländliche Regionen verstehen- Fakten und Hintergründe zum Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen, S. 3) Die Stärke des ländlichen Raumes liegt im gesellschaftlichen Zusammenhalt seiner Bevölkerung und in der Struktur der Unternehmen. Im Vergleich zu Unternehmen in Ballungsräumen sind sie stark mittelständisch geprägt.

Rund zwei Drittel der Deutschen geben an, ländlich geprägte Gegenden für ihre hohe Lebensqualität zu schätzen (BMEL (2016): Ländliche Regionen verstehen- Fakten und Hintergründe zum Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen, S. 9). In vielen Regionen gelingt es jedoch nicht mehr, das Leben auf dem Land für die jüngeren Generationen attraktiv zu halten. Viele gut ausgebildete junge Leute ziehen in die Städte und strukturstarken Regionen. Das stellt die Unternehmen vor Ort vor große Probleme, qualifizierte Mitarbeiter und Unternehmensnachfolger zu finden.

Für den Erfolg einer Region ist die Infrastruktur entscheidend. Diese umfasst ein gutes Verkehrsnetz (Straßen- und Schienennetz, Wasserwege) und eine leistungsstarke Internetverbindung. In ländlichen Regionen werden acht von zehn Kilometern mit PKW zurückgelegt (BMEL (2016): Ländliche Regionen verstehen- Fakten und Hintergründe zum Leben und Arbeiten in ländlichen Regionen, S. 30) und große Mengen an Gütern mit LKW bewegt. Die Mitgliedsunternehmen der Grain Club-Verbände transportieren pro Jahr alleine ca. 54 Mio. t Ernteerzeugnisse über deutsche Straßen. Hierfür ist ein modernes Straßennetz unerlässlich. Zudem müssen die Wasserwege ausgebaut und an die moderne Schifffahrt angepasst werden. Auch ein besserer Anschluss an das Schienennetz entlastet die Straßen– ein Güterzug ersetzt ca. 60 LKW,  und ein Güterschiff 80 LKW.

Vielen ländlichen Regionen fehlt ein Breitband-Internetzugang. Für Unternehmen ist es unerlässlich, große Datenmengen verschicken und empfangen zu können. Die Unternehmen der Grain Club-Verbände nehmen zum Beispiel in Echtzeit an Warenterminmärkten für Rohstoffe teil, was eine leistungsfähige und stabile Internetverbindung voraussetzt.

2. Verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen

Für innovatives Handeln benötigen Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie ihre Wirtschaftskraft halten und ausbauen können. Umfangreiche und komplizierte Regulierungen hemmen die Betriebe in ihrer Entwicklung.

Die Wirtschaftskraft der örtlichen Unternehmen entscheidet über die Wirtschaftskraft der gesamten Region. Die Kommunen profitieren von erfolgreichen Unternehmen. Diese leisten nicht nur durch Steuerzahlungen einen großen Beitrag an die Kommunen, sondern sie unterstützen auch kommunale Einrichtungen und stärken somit das soziale Gefüge.

Forderungen des Grain Clubs

  1. Schaffung leistungsfähiger Infrastrukturen, damit der ländliche Raum wettbewerbsfähig und als Lebensraum attraktiv bleibt.
  2. Herbeiführung praktikabler gesetzlicher Rahmenbedingungen, so dass für Unternehmen Planungssicherheit entsteht.
  3. Digitalisierung als Zukunftsthema für ländliche Räume nutzen.

 

Berlin, Bonn und Hamburg Oktober 2017

Kontakt Grain Club:
Geschäftsstelle
Pariser Platz 3, 10117 Berlin
Tel: 030 856 214-440, Fax: 030 856 214-522
E-Mail: info@grain-club.de
www.grain-club.de
Twitter: @GrainClub

Über den Grain Club
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören: Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V., Deutscher Raiffeisenverband e. V., Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V., Deutscher Verband Tiernahrung e. V., OVID Verband der ölsaaten-verarbeitenden Industrie in Deutschland e. V. sowie der Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

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