Chancen nur bei flächendeckender Internetanbindung

14.09.2018

Leistungsstarke Netze sichern die Zukunft des Agrarhandels

Um die bedeutende Rolle des Agrarhandels entlang der Wertschöpfungskette auch künftig erfüllen zu können, muss die Voraussetzung für die Umsetzung erfolgreicher Digitalisierungskonzepte im Agrarhandel geschaffen werden. Darauf wies der BVA in einem Statement an Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Julia Klöckner, hin.  Nur mit leistungsstarken Breitbandnetzen und flächendeckenden Mobilfunknetzen kann die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen im ländlichen Raum und damit der Erhalt attraktiver und dauerhafter Arbeitsplätze sichergestellt werden.

Digitalisierung darf kein Privileg der Ballungszentren sein. Um dies zu gewährleisten, muss die flächendeckende Anbindung der Unternehmen im ländlichen Raum an eine zeitgemäße Glasfaserinfrastruktur sowie die flächendeckende und stabile Mobilfunkanbindung mit 5G-Standard auch in nutzerschwachen Regionen zeitnah gewährleistet werden, und zwar auch außerhalb von Ortschaften und Gewerbegebieten.

Zunehmende Digitalisierung hat einen positiven Effekt auf die Wertschöpfung der Unternehmen, weil sie den technischen Fortschritt vorantreibt, Prozesse verschlankt und beschleunigt. In der Landwirtschaft schreitet „digital farming“ mit großen Schritten voran, die agrochemische Industrie setzt intelligente, digitale Produktionsverfahren ein. Als Mittler, Berater und Experten für die individuellen, regionalen Bedürfnisse in der Wertschöpfungskette landwirtschaftlicher Erzeugnisse müssen auch die Agrarhandelsunternehmen die digitalen Möglichkeiten ausschöpfen können.

In einem Thesenpapier für einen Wettbewerbsfähigen Agrarhandel wies der BVA unlängst darauf hin, dass Mängel in der digitalen Infrastruktur und Lücken in der Mobilfunkabdeckung einen unmittelbaren und unheilbaren Wettbewerbsnachteil für den Agrarhandel bedeuten. Deutschland ist im globalen wie auch im EU-Vergleich ein digitales Entwicklungsland. Die Breitbandversorgung ist zudem extrem ungerecht verteilt. Während der Versorgungsgrad in Großstädten mehr als 90 % beträgt, liegt er in strukturschwachen ländlichen Räumen lediglich bei 31 %. Agrarhandelsunternehmen trifft dies härter als andere Handelsbranchen, weil sie logistisch in ihrer Standortwahl auf ländliche Gebiete festgelegt sind. Kurze Transportwege, Nähe zum Außendienst und Kunden sowie der Einsatz moderner Technologien bedingen aber gleichermaßen die Qualität und Geschwindigkeit der Abläufe. Die Agrarhandelsbranche wird hier somit substanziell benachteiligt.

[<< zurück]