Neue Züchtungstechnologien

12.06.2020

Bundesministerin Klöckner begrüßt Umdenken

Politiker der Grünen hatten sich öffentlich für ein Umdenken ihrer Partei in Bezug auf neue Züchtungstechnologien ausgesprochen. Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner reagierte umgehend und machte deutlich, dass sie das Umdenken in den Reihen der Grünen begrüße, sich wissenschaftlichen Erkenntnissen bei den neuen Züchtungstechnologien zu öffnen. Sie erklärte: „ … Zielkonflikte löst man nicht, indem man sie nur beschreibt, sondern indem man Wege zu ihrer Lösung findet und sie zulässt.“

Weiter hieß es von Seiten der Bundeslandwirtschaftsministerin, dass die neuen Züchtungstechnologien zwar nicht per se ein Allheilmittel seien, diese aber aus ideologischen Gründen gleich zu verdammen, sei nicht verantwortungsvoll. Das sei umso weniger tragbar, wenn wissenschaftliche Fakten bei der Beurteilung des Klimawandels herangezogen werden, aber wissenschaftliche Fakten bei der Pflanzenzüchtung dann aus nichtwissenschaftlichen Gründen blockiert würden. Sie machte deutlich, dass wer einerseits Ernten stabil und regionale Versorgungen aufrechterhalten wolle, wer andererseits aber Pflanzenschutzmittel stark zurückfahren möchte angesichts neuer Schädlinge, die auch durch den Klimawandel zu uns gelangten, und wer wiederum Klimastabilität von Pflanzen ohne mehr Ressourcenverbrauch wie Wasser erwarte, der könne neue Züchtungsmethoden nicht einfach abtun.

Weiter führte Klöckner aus, dass wer weniger Pflanzenschutzmittel wolle sowie Ernten und Erträge sichern möchte – auch weltweit, mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung – der müsse Antworten geben. Diese Zielkonflikte ließen sich nicht auflösen, wenn man nur sagt, was man nicht will. „Ich setze Hoffnungen in neue Züchtungsmethoden, plädiere hier für eine Offenheit. Die klassische Pflanzenzucht hat schon immer das Erbgut von Nutzpflanzen angepasst. Mit den neuen Techniken kann zielgenauer und schneller gearbeitet werden.“, erklärte Klöckner.

Wir als BVA begrüßen diese deutliche Positionierung von Bundesministerin Klöckner ausdrücklich. Sie bestärkt uns noch einmal in dem Engagement als Verbändegemeinschaft Grain Club, dass die Neuen Züchtungstechnologien einer ideologiefreien und wissenschaftsbasierten Neubewertung unterzogen werden. Dazu gehört ganz grundlegend die Anpassung veralteter gesetzlicher Grundlagen an Innovation und Fortschritt auf europäischer Ebene.ogisch könnte man ihnen dazu verhelfen. Diesen Ansatz werden auch die ETH-Forschenden nun weiterverfolgen.